Nein

ZUR 380.000 VOLT ÜBERLAND-STROMTRASSE!

Nein

ZUR 380.000 VOLT ÜBERLAND-STROMTRASSE!

Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

die geplante 380.000 Volt Überland-Stromtrasse wird das Leben von vielen Kindern, Frauen und Männern unter anderem in Bethen, Dingel, Emstekerfeld, Kellerhöhe, Lankum, Nutteln, Wißmühlen und Sevelten(1) stark negativ verändern. Entwicklungs- und Erholungsmöglichkeiten werden großflächig behindert, ja für die direkt Betroffenen unmöglich gemacht.

Ortschaften werden zerschnitten, unsere Eigentumsrechte beschnitten. Die Wertverluste unserer Grundstücke, Ländereien, Produktionsanlagen, Stallungen und vor allem unserer Häuser werden gigantisch sein. Unser Landschaftsbild, unsere schöne Heimat wird – so wie wir diese bisher gekannt und gemocht haben – teilweise unwiederbringlich zerstört. Das ist im wahrsten Sinne des Wortes unzumutbar!

Der von der geplanten Überland-Stromtrasse ausgehende Elektrosmog birgt unkalkulierbare Risiken. Die Internationale Agentur für Krebsforschung der Weltgesundheitsorganisation hat magnetische Hochfrequenzemissionen als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft.(2) Zurzeit laufen Untersuchungen des Bundesamtes für Strahlenschutz zu gesundheitlichen Auswirkungen von Stromleitungen.(3) Die Ergebnisse sollen in etwa sechs Jahren vorliegen. Bevor in diesem Punkt nicht absolute Klarheit herrscht, darf der Bau von Überland-Stromtrassen nicht erlaubt werden.

Menschenverträgliche Lösungen

Das Gebot der Stunde sind nachhaltige menschenverträgliche Lösungen. Entsprechende Technologien für unterirdische Gleichstrom-Höchstspannungsleitungen sind vorhanden. Zum Beispiel die von Forschern und Ingenieuren bei Siemens ständig weiterentwickelten „Gasisolierten Übertragungsleitungen“. Es sind sichere und flexible Alternativen zu Freileitungen und sie benötigen bei gleicher Übertragungsleistung deutlich weniger Platz. Die Trassenbreite beträgt maximal ungefähr sieben Meter. Diese Stromübertragungsleitungen sind dank geringster elektromagnetischer Strahlung auch in der Nähe von Gebäuden einsetzbar.(4)

BITTE HELFEN SIE MIT! HERZLICHEN  DANK!

Alles spricht dafür, dass der Windstrom aus der Nordsee, der in Cloppenburg ankommt, ohne Konvertierung als Gleichstrom in den Süden unseres Landes transportiert werden sollte. Und auch mit dem an Land gewonnenen Strom aus dem Raum Cloppenburg sollte so verfahren werden: Er wird ebenfalls in Gleichstrom konvertiert und in den Süden Deutschlands übertragen. Dort, und nur dort, wo er gebraucht wird, sollte er in Drehstrom konvertiert werden. Alles andere macht keinen Sinn.

Außerdem ist es weder plausibel noch einzusehen, warum mit der Variante C ein Überland-Stromtrassenverlauf gewählt wurde, von dem mit Abstand die meisten Menschen betroffen sein würden. Und eine Vorzugsvariante hätte erst nach Abklärung der unterirdischen Verkabelungsmöglichkeiten bestimmt werden dürfen. Diese technische Alternative wurde jedoch bis heute nicht ernsthaft geprüft.(5) Schon allein deshalb ist die hier bei uns drohende Trassenvariante C abzulehnen.

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Den Abgabezeitpunkt für Einwände im Raumordnungsverfahren Netzausbau und zur Höchstspannungsleitung haben wir bis Mittwoch kommender Woche verlängert. Diese werden bis einschließlich 30. August zentral bei uns gesammelt: Cappelner Straße 56, 49661 Cloppenburg. Anschließend werden die Einwendungen dem Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg übergeben.

Wir bitten Sie, machen Sie von Ihrem Beteilungs- und Gestaltungsrecht Gebrauch. Bitte werben Sie auch im Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis für die gemeinsame Sache. Um der Zukunft Ihrer Familien, um der Zukunft der Gemeinde Cappeln und der Stadt Cloppenburg willen. Bitte teilen Sie Ihre persönlichen Bedenken, Ihre persönliche Betroffenheit dem Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems (Theodor-Tantzen-Platz 8, 26122 Oldenburg) bis zum 31. August 2017 schriftlich mit. Wir empfehlen, keinen Widerspruch per E-Mail oder per Post zu versenden. Wir schlagen stattdessen vor: Alle Einwendungen werden in geschlossenen Briefumschlägen bis zum 30. August zentral bei uns gesammelt (Anschrift: Gregor Gerwin / Alwin Meyer, Cappelner Straße 56. 49661 Cloppenburg-Lankum) . Am 30. und 31 August fahren wir zum Amt für regionale Landesentwicklung und übergeben offiziell und möglichst öffentlichkeitswirksam unsere Einwendungen. So wollen wir aber nur verfahren, wenn das Ziel von insgesamt 5.000 Widersprüchen gegen die 380.000 Volt Überland-Stromtrasse erreicht wird. Wir Cappelner und Cloppenburger können das! Bitte beachten Sie dazu auch die sechs kurzen Musterbriefe auf den folgenden Seiten.

Falls Sie keinen Einwand gegen die Überland-Stromtrasse für sich schreiben wollen, machen Sie es trotzdem für die nachfolgenden Generationen. Die werden es Ihnen zweifelsohne danken. Denn welche Familie will schon für die kommenden rund 80 Jahre im Schatten von ungefähr 50 bis 70 Meter hohen und bis zu rund 40 Meter breiten Masten(6) leben müssen, die auch unweit unserer Häuser Realität werden könnten? Niemand!

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Bitte fordern Sie für längere Einwendungen auch den kleinen Leitfaden „Zuerst kommt der
Mensch“ per E-Mail bei uns an. Diesen senden wir Ihnen gerne als PDF-Datei.

Und bitte bedenken Sie: Dort, wo die geringsten Widerstände gegen den Bau der 380.000 Volt Überland-Stromtrasse vorhanden sind, genau da wird die Trasse wahrscheinlich gebaut. An den Frauen und Männern, die ihre persönlichen Argumente deutlich vernehmbar vorbringen, kommt niemand so leicht vorbei. Das ist der erste Schritt zur Realisierung einer für uns Menschen verträglichen Lösung. Bitte helfen Sie mit. Herzlichen Dank.
Zusammenfassend bleibt festzustellen: Alternative menschenverträgliche unterirdische Lösungen für den Höchstspannungsleitungsbau sind vorhanden. Es ist nicht eine Frage von Können, sondern ausschließlich von Wollen.

(1) TenneT, „Bestandskarte Schutzgut Menschen einschließlich der menschlichen Gesundheit – Wohnen“, Stand: 8. Juni 2017
(2) International Agency for Reserach on Cancer, World Health Organisation, Press Release Number 208, 31. Mai 2011
(3) Bundesamt für Strahlenschutz, Meilenstein für Strahlenschutz beim Netzausbau, Pressemitteilung, 11. Juli 2017
(4) Siemens, Gasisolierte Übertragungsleitungen (GIL), Übertragungstechnologie für hohe Leistungen, Erlangen 2016
(5) Vgl. Heinrich Brakelmann/Lorenz Jarras, Wissenschaftliches Gutachten zum geplanten Netzausbau im Raum Cappeln: Notwendigkeit und Alternativen, Überarbeitete Fassung, 11. Mai 2017
(6) Vgl. TenneT, Netzausbau in Niedersachsen, Conneforde – Cloppenburg – Merzen, Bayreuth, Juni 2017

Aktuelles

Gelungene Demo gegen Überland-Stromtrasse

Das war eine friedliche, wunderbare, fantasievolle, nicht zu übersehende, rundum gelungene Demonstration für ein Leben ohne die 380.000 Volt Überland-Stromtrasse.